Synology DiskStation DS216+II Test – NAS-Server 2017

Immer rasanter steigt heutzutage das Volumen und damit auch die Qualität von Videos, Bildern oder Musik. Schnell ist die Festplatte am Heimcomputer voll belegt. Die Lösung für das Speicherplatz Problem ist ein NAS-Server (Network Attached Storage / Netzwerk gebundener Speicher). Ein solches System sorgt dafür, dass Sie nicht nur Ihre Mediendateien schnell über das Heimnetzwerk abrufen können, sondern sichert diese auch mit speziellen Mechanismen. Man kann sich dies so vorstellen: Dieses Gerät ist ein kompakter Server bzw. Cloudspeicher für den Heimanwender.

In unseren heutigen Testbericht haben wir den schlanken Synology DiskStation DS216+II 2-Bay (Platz für 2 Festplatten) NAS-Server. Zusätzlich nutzen wir eine 4 TB Western Digital WD40PURX Festplatte (nicht im Lieferumfang enthalten). Das Betriebssystem ist DSM 6.1.3-15152.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass das Standardpaket ohne Festplatte kommt. Sie können bei Amazon direkt ein Paket mit zusätzlicher Festplatte auswählen.

Synology-DS216+II-im-Schrank-1


Lieferumfang

  • der Synology DS216+II 2-Bay NAS-Server
  • ein 1,5 Meter langes Netzwerkkabel
  • ein ca. 2 Meter 12 Volt Netzteil
  • 10 Festplattenmontage-Schrauben
  • und ein Quick Installation Guide

Unterstützte Betriebssysteme sind Windows, MAC, Linux, Android und iOS.

SYNOLOGY DS216+II 2-Bay

Zuletzt aktualisiert am: 20. August 2017 22:16
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Inbetriebnahme und Installation

Wir benutzen eine 4 TB Western Digital Purple WD40PURX, da diese speziell für Videoüberwachungssystemen ausgelegt ist. Für den üblichen Gebrauch abseits der Überwachungskameras empfehlen wir die normalen Wester Digital RED Festplatten.

Einrichtung – einfach gehalten

Der beiliegende Quick Installation Guide ist minimal ausgestattet. Gerade einmal 8 Bilder sollen zum Erfolg verhelfen.

Durch das Entfernen des Frontpanels – dieses kann ganz einfach abgezogen werden – kommen die zwei Festplatten-Schächte zum Vorschein. Über einen simplen Push-Mechanismus lassen sich die Festplattenhalterungen herausziehen.

3,5 Zoll Festplatten werden einfach über die beiden Cliphalterungen an den Rändern der Halterung arretiert. Sollte eine 2,5 Zoll Festplatte oder SSD verbaut werden, können die dem Lieferumfang beiliegenden Schrauben für die Feststellung genutzt werden. Einfach eingeschoben in das NAS, bis ein Klicken zu hören ist und schon kann das Gerät, nach dem Aufsetzen des Frontpanels, gestartet werden. Hierzu müssen natürlich noch das Strom- und das Internetkabel mit dem Synology DS216+II verbunden werden.

Schnell, durch die Bilder selbsterklärend und das Wichtigste: Einfach. Mithilfe des Quick Installation Guide ist die Inbetriebnahme kein Problem, da macht es auch nichts wenn dieser so spärlich ausfällt, gefällt uns gut.

synology ds216+ii festplatten tray

Installation – ohne Probleme

In unserer Bilderstrecke, möchten wir Ihnen alle nötigen Schritte für die erfolgreiche Installation zeigen.

Synology DiskStation DS216+II Installation1

Der erste Schritt, nachdem die DiskStation über den Browser angesteuert wurde, ist die Installation des DiskStation Manager Betriebssystems. Dieses wurde extra entwickelt, um eine einfachere und Windows-nahe Umgebung zu schaffen. Über den „Jetzt Installieren“ Button wird das Betriebssystem automatisch auf den eingesteckten Datenträger aufgespielt.

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Da bei diesem Vorgang alle Daten gelöscht werden, ist eine zweite Bestätigung erforderlich, um nicht aus Versehen sensible Dateien zu löschen. Im Anschluss wird die aktuelle Version heruntergeladen und aufgespielt.

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Nach der erfolgreichen Installation startet das Synology DS216+II NAS neu und zeigt dabei einen Countdown an. Ist dieser abgelaufen, wird die Konfiguration eingeleitet. Benennung, Benutzername und Passwort müssen eingegeben werden, damit der Zugang vor Fremdeinwirkungen geschützt bleibt.

Etwas verwirrend ist dabei die Passwortstärke. Die Wahl eines Passwortes mit 5 Buchstaben und 2 Zahlen (= 7 Symbole) galt bereits als ein starkes Passwort (höchste Stufe). Dort könnte noch nachgebessert werden, denn laut Experten gilt ein Passwort erst als sicher, wenn es mindestens 8 Symbole, bestehend aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen besitzt.

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Anschließend ist die Einrichtung des Benutzerkontos abgeschlossen. Darauf folgt die Konfiguration der Updates. Diese können automatisch heruntergeladen und installiert werden (Tag und Uhrzeit einstellbar) oder einfach manuell, sobald ein neues Update vorhanden ist, von Hand aus aufgespielt werden. Auch die automatische Überprüfung der Festplatte kann an- und ausgeschaltet werden.

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Um den NAS-Server nun auch über das Internet, also fernab des Heimnetzwerks, ansprechen zu können, kann ein QuickConnect Account erstellt werden, mit dem die Daten jeder Zeit und auch von Mobilgeräten abgerufen werden können. Dieser Schritt kann jedoch auch übersprungen werden. Der nächste Schritt zeigt dann die URL an, über die der Server verfügbar ist.

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Das waren die letzten Schritte, das Synology DS216+II NAS kann nun über das Login-Formular angesteuert werden. Die Schritte sind logisch und durchdacht aufgebaut, bis der NAS-Server benutzbar ist.

Hinweis: Der NAS-Server ist nun nicht mehr über „diskstation:5000“ im Browser verfügbar, sondern über die ihm zugeteilte lokale IP-Adresse, QuickConnect oder „find.synology.com“ zu finden. Oder nutzen Sie einfach den Synology Assistant, der über eine Software die aktuelle IP-Adresse Ihres NAS anzeigt und abrufbar macht.

Bedienung über das WebOS

Nach dem Login wird eine Desktop ähnliche Oberfläche angezeigt. Das DiskStation Manager WebOS, welches auf dem Linux Kernel basiert, zeigt auf den ersten Blick bereits den Systemzustand, die Auslastung von CPU und RAM und bietet direkt ein Hilfe-Popup an, in dem die wichtigsten und essentiellen Funktionen erklärt werden.

synology-nas-server-erste-bildschirm-1

Die Steuerung funktioniert dabei genau wie auf einem Windows-System, also extra so gehalten, dass der Benutzer nicht Umlernen muss. Ein Klick auf die Apps reicht aus um die Software zu starten. Alle Fenster lassen sich in der Größe verstellen und verschieben. Die gewohnten Minimierung-, Maximierung- und Schließen-Symbole an der oberen rechten Kante sind ebenfalls enthalten.

Western Digital RED 2 TB

Die Western Digital RED ist die optimale Festplatte für die normale Nutzung eines NAS-Servers. Sie ist extra für den Dauerbetrieb hergestellt und besitzt eine 6 Gb/s SATA Schnittstelle.

Western Digital PURPLE 2 TB

Sie möchten Ihr NAS-Gerät als zentrale Station für Überwachungskameras verwenden? Speziell dafür hat Western Digital die PURPLE Serie im Angebot. Langlebigkeit und höhere Belastbarkeit bei gleichzeitig optimiertem Stromverbrauch sind nur zwei der Besonderheiten.


Systemspezifikationen und Anschlüsse – was steckt im Synology DS216+II?

Systemspezifikationen

  • Intel Celeron N3060 Dual Core der Intel Braswell-Serie. Die Taktung liegt bei 1,6 GHz und Boost bis zu 2,48 GHz ist möglich
  • Zwei Festplatten-Schächte für 3,5 und 2,5 Zoll HDDs und SSDs
  • Die maximale Festplatten Kapazität beträgt 20 TB (2 x 10 TB)
  • 1 x GB DDR3 Arbeitsspeicher

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Anschlüsse

  • 1 x USB 3.0 Anschluss an der Front / 2 x USB 2.0 Anschlüsse auf der Rückseite
  • Reset-Taste (4 Sekunden halten um Admin Kennwort und Netzwerkeinstellungen zurückzusetzen und 10 Sekunden um das Betriebssystem neu zu installieren)
  • 1 Gigabit-Ethernet-Port
  • Stromanschluss für den 12 Volt Adapter
  • ein eSata Anschluss für den Austausch mit externen eSata Festplatten
  • Kensington-Schloss um das NAS auch vor Diebstahl zu sichern

synology diskstation 216+II Test Rückseite Anschlüsse


Sicherheit – Vernetzung und Schutz der Daten

Vorab bereits ein großes Lob von unserer Seite. Das Thema Sicherheit ist auch bei einem NAS-Server von großer Wichtigkeit. Klickt man auf das Hauptmenü kommt der Sicherheitsberater mit einigen anderen Apps zum Vorschein. Dieser scannt das gesamte System nach Sicherheitslücken und gibt die bestehenden Probleme direkt aus.

 

Verschlüsselung – Zugriff nur mit Passwort

Sie möchten wertvolle Daten vor dem Zugriff von Anderen schützen? Das ist mit dem Synology DS216+II NAS-Server kein Problem. Ausgewählte Ordner können über wenige Mausklicks mit einem Passwort gesichert werden. Dank der AES 256-Bit-Verschlüsselung ist es nur mit dem Passwort-Schlüssel möglich auf die Dateien zuzugreifen. Sollte dieser verloren gehen, können die Daten nicht mehr eingesehen werden – das heißt, dass diese dann unter keinen Umständen wieder entschlüsselt werden können – das garantiert höchste Sicherheit.

 

EXT4 oder das neue Btrfs Dateisystem?

EXT4

Das Standard-Dateisystem der Synology DS216+II ist EXT4 und wurde 2008 offiziell für den Linux-Kernel entwickelt. Es ist der Nachfolger des bewährten EXT3 Dateisystems, welches allerdings mit der immer weiter zunehmenden Datenträger Größe mittlerweile als veraltet gilt (maximale Unterstützung von 16 TByte). EXT4 unterstützt nun Datenträger mit einer Gesamtgröße von bis zu 1 Exabyte (1.000 Petabyte / 1.000.000 Terabyte).

 

Btrfs

Eines der Alleinstellungsmerkmale der Synology DiskStation DS216+II ist das Btrfs Dateisystem welches von Oracle vor einigen Jahren für Linux Betriebssysteme entwickelt wurde. Es unterstützt Datenträger mit einer maximalen Größe von 16 Exabyte ( 16.000.000 Terabyte). Dieses Dateisystem ist besonders für Unternehmen von Vorteil, da es Funktionen wie Copy on Write, Snapshots oder Datei-Selbstheilung ermöglicht.

Mit der Snapshot-Funktion können Wiederherstellungspunkte angelegt werden. Man kennt es vielleicht durch Windows, wo ab und an Sicherungen des Systems angelegt werden, welche dann im Falle einer Fehlfunktion einen früheren Zeitpunkt des Betriebssystems wiederherstellen können. Genauso funktioniert das auch mit den Snapshots, nur dass man hierbei spezifischer auswählen kann, von welchen Daten und wie häufig eine Replikation erstellt werden soll.

Mit dem Update des DSM auf 6.1 kam auch die Datei-Selbstheilung mit dazu (funktioniert ab 2. Festplatten). Korrupte Daten werden ohne die Zustimmung einer Person automatisch selbst wiederhergestellt, um Downtime von Dateien zu verhindern.

SYNOLOGY DS216+II 2-Bay

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Backup – Sicherung der Daten

Eine der wohl wichtigsten Sicherungen des digitalen Zeitalters ist das Backup. Empfohlen wird ein regelmäßiges Komplettbackup aller wichtigen Daten, doch das kostet erstens Zeit und zweitens etwas Vorwissen und Übung. Ganz anders ist dies beim Synology DS216+II NAS-Server, denn mit der Installation einer App, wird den Wünschen nach ein vollautomatisiertes Backup der Daten auf dem NAS-Gerät oder ebenfalls ein Backup des Arbeitscomputers, regelmäßig nach einem Zeitplan angelegt.

Um den Datenverlust zu verhindern, wird empfohlen die Dateien auf so vielen Datenträgern wie möglich zu speichern. Von großem Vorteil sind dabei die redundanten Cloud-Systeme von Google, Amazon und Co., mit denen ganz einfach eine Verbindung hergestellt werden kann.

 

RAID System nutzen

Das Synology DS216+II NAS ist durch zwei Festplattenschächte auch für zwei Festplatten ausgelegt, was die Möglichkeit für ein RAID-System anbietet. Bei einem gefüllten 2-Bay NAS-Server können wir das RAID-1 nutzen.

Was ist RAID? RAID steht für Redundant Array of Independent Disks und bedeutet übersetzt so viel wie „Redundante Ansammlung von unabhängigen Disks“. Mit solch einem System ist es möglich die Daten bestmöglich über nur ein Gerät zu sichern. Grundsätzlich werden die RAID-Systeme unterschieden in JBOD, RAID-0, RAID-1, RAID-5, RAID-6 und RAID-10. Synology bietet außerdem noch SHR-1 und SHR-2 an, wobei es sich um eine selbstentwickelte Technologie handelt.

Wie funktioniert RAID-1? Alle Daten, die auf der ersten Festplatte gesichert werden, werden auch auf der zweiten Festplatte gesichert. Sollte eine Festplatte im Betrieb ausfallen, kann trotzdem noch auf die gespiegelten Daten über die andere Festplatte zugegriffen werden. Einen Nachteil gibt es dabei jedoch, denn die effektive Speichergröße der Festplatten wird halbiert, da alle Daten zwei Mal erstellt werden.

 

Surveillance Station – Einbindung von Überwachungskameras und mehr

Die Surveillance Station ist eine separierte Oberfläche die über die gleichnamige App in dem DSM OS aufgerufen wird. Auch eine Software für Windows, Mac, Android und iOS wird angeboten. Hierbei handelt es sich um einen Bereich, indem Sie Überwachungskameras mit dem NAS-Speicher verbinden können, bedeutet also, dass Sie nicht mehr an die restriktive Speichergröße einer micro SD-Karte gebunden sind. Gleichzeitig schafft es eine Umgebung, durch die sämtliche Aufnahmen an einem Ort abgerufen, verändert und gelöscht werden können – von Vorteil wenn mehrere Kameras genutzt werden.

Mit im Kauf der Synology DiskStation DS216+II erhalten Sie zwei Kamera-Lizenzen. Eher unschön ist der Nachkauf weiterer, denn diese kosten ungefähr 50€, das schlägt schon gewaltig auf den Geldbeutel.

Besonders interessant sind die Ereigniserkennungen, die unabhängig der Funktionen der Überwachungskamera hinzugeschaltet werden können. Darunter fallen zum Beispiel Bewegungserkennung, Versperren der Kamerasicht, fehlender Fokus und „Fremdes Objekt“, womit Gegenstände getrackt werden können, die dort nicht in das Bild gehören. Weiterhin unterstützt die Surveillance Station auch interne Funktionen von Kameras, wie Bewegungs- und Audioerkennung und Sabotageversuche – also wenn die Kamera manipuliert wird.

synology diskstation 216+II surveillance station

Wir haben die aktuelle upCam Cyclone HD S+ Innenkamera und die neueste Instar IN-9008 Full HD Außenkamera mit der Surveillance Station verbunden und die nötigen Schritte dafür ebenfalls in einer Bildergalerie dokumentiert:

Surveillance Station Kamera hinzufuegen
Synology Surveillance Station kamera hinzufuegen Video einstellungen

Hier kann das Modell, falls vorhanden (über 100 Hersteller werden dort aufgeführt), aus der Liste ausgewählt werden. In unserem Fall ist die neue Instar IN-9008 Full HD noch nicht aufgelistet (folgt in Kürze). Da die Kamera jedoch das ONVIF-Protokoll unterstützt, kann sie trotzdem ohne Probleme hinzugefügt werden. Dazu müssen wir einfach nur auf die Lupe klicken und unter ONVIF-Geräte im Netzwerk danach suchen und anschließend mit einem Doppelklick bestätigen.

Nun erscheinen die IP-Adresse und weitere Informationen in dem Hauptbildschirm. Benötigt werden jetzt nur noch die Login Daten der Kamera um eine erfolgreiche Verbindung herzustellen. Über den „Weiter-Button“er gelangt man zu den Video Einstellungen, die wir so standardgemäß gelassen haben.

Surveillance Station Kamera hinzufuegen Aufnahme Einstellungen
Surveillance Station Kamera Hinzufuegen Alarmnplan

Aufnahmen, die direkt auf das NAS-Gerät erfolgen, können über den nächsten Abschnitt eingestellt werden. Dort können Dauer, Verzeichnisbegrenzungen und Aufnahmeort angegeben werden. Anschließend ist es möglich auch noch einen Zeitplan einzurichten, über den beispielsweise die Bewegungserkennung, je nach Stunde und Tag, gesteuert werden kann.

Wurde die Einrichtung erfolgreich abgeschlossen, sollten die Kameras nach einigen Minuten aktiviert werden und mit ihren zugeteilten Aufgaben beginnen. In der Liveansicht können diese betrachtet werden.

synology surveillance station windows client live ansicht

Hierüber lassen sich die Überwachungskameras vollkommen steuern, es ist also nicht mehr nötig sich für jede einzelne Kamera einzuloggen – alles ist über einen Bildschirm sicht- und steuerbar. Die upCam Cyclone HD S+ lässt sich außerdem auch über die Live Ansicht steuern (fast 360 Grad drehbar und 180 Grad neigbar). Für die Liveansicht nutzen wir den Surveillance Station Windows Client, da mit diesem eine Verknüpfung auf dem Desktop erstellt werden kann.

synology surveillance station webclient überwachungskamera aufnahmen

Aktuelle Aufnahmen können direkt über den „Aufnahmen“ Ordner angeschaut werden (Audioaufnahmen über den Audio-Muster Ordner). Sollten Sie bereits einige Überwachungskameras im Betrieb haben, ist das Integrieren sehr einfach: für unsere Testzwecke hat dies keine 5 Minuten für zwei Kameras gedauert.

Surveillance Station Benachrichtigung E-Mail
Surveillance Station Benachrichtigung Push-nachricht

Ein weiteres erwähnenswertes Feature ist das Einstellen von Benachrichtigungen. Überwachungskameras bieten diese Möglichkeit von Haus aus an, doch kann man dort schnell den Überblick verlieren, sobald verschiedene Kameras von verschiedenen Herstellern genutzt werden. Zentralisiert können die besonders interessanten Dienste wie E-Mail, SMS oder Push-Nachricht im Falle eines eintretenden Ereignisses (Bewegungserkennung z. B.) ausgelöst werden.synology surveillance station status nachrichten

Auch eine nette Übersicht liefert das kleine Fenster „Nachrichten“, welches über die rechts oben befindliche Sprechblase eingeblendet werden kann. Dort können die aktuellen Statusnachrichten abgerufen werden, wenn zum Beispiel eine Kamera die Verbindung verliert oder sich wieder neu mit dem Server verbindet.

E/A-Module und Aktionsregeln

Überwachungskameras sind nicht das Einzige, was unterstützt wird. In Zeiten der Smart Home Vernetzung wäre es doch auch interessant, wenn alle Geräte über eine Zentrale laufen würden. Das geht eben auch über die Surveillance Station. Gefahrenmelder (Bewegungsmelder oder Rauchmelder z. B.), Überwachungskameras und Lichter können über die Aktionsregeln zusammenarbeiten und im Falle eines Alarmes unterschiedliche Aktionen durchführen.

Hierfür ein kleines Beispiel: Sie haben einen Rauchmelder der über ein E/A-Modul mit der Surveillance Station verbunden ist. Wenn dieser nun einen Alarm auslöst, können Sie über die Aktionsregeln andere Geräte mit einbinden. So könnte eine Überwachungskamera ebenfalls einen Alarm auslösen oder das Bild aufnehmen oder eine Sirene könnte akustische Signale abgeben.

Unterstützt werden E/A-Module von Advantech und AXIS.

 

Frontanschlüsse-der-Synology-DS216+II-1Übertragungsrate und Abrufen über das Netzwerk

Über den Front USB 3.0 Anschluss können so einige Mediengeräte angekoppelt werden. Wir haben hierzu eine Intenso 1 TB externe Festplatte angeschlossen und die 1 – 5 Staffel Game of Thrones in Full HD (knapp 76 GB) auf das Synology DS216+II kopiert. Der Vorgang hat ca. 10 Minuten gedauert und das bei einer durchschnittlichen Übertragungsgeschwindigkeit von 120 MB/s. Das ist echt schnell, besonders wenn man beachtet, dass der Prozessor fast genauso schnell verschlüsselte Daten behandelt.

Auch das Streamen auf einem sich im Netzwerk befindlichen Fernseher funktioniert ohne Probleme und das selbst bei Blu-Ray Qualität. Dies gilt ebenfalls für mobile Endgeräte, auf denen mit der entsprechenden App (z. B. DS Video von Synology) die gespeicherten Serien und Filme über WLAN gestreamt werden können.

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Unterstützungen – Kompatibilität im großen Stil

Mit dem Kauf einer Synology DiskStation erhält man zwei Lizenzen für Überwachungskameras dazu. Diese können über die „Surveillance Station“ App dem System hinzugefügt werden, um Video- oder Bildaufnahmen direkt auf dem NAS-Server zu speichern. Geräte von INSTAR werden bereits in der Liste angezeigt, doch auch upCam Produkte sollten demnächst folgen.

Die Liste bedeutet allerdings nur, dass die Grundkonfiguration durch die Surveillance Station übernommen wird, ist ihre Kamera dort nicht vertreten, kann diese trotzdem, sofern das ONVIF-Protokoll unterstützt wird, problemlos eingefügt werden (upCam zum Beispiel). In der Liste vertreten sind des Weiteren über 100 weitere Hersteller.

 

Energie & Lautstärke und LEDS

Strom wird jedes Jahr teurer und das gilt nicht nur für Deutschland. Da ein NAS-Server ständig am Strom hängt, kann sich dies auch auf der Rechnung bemerkbar machen. Was verbraucht also die Synology DS216+II?

Im Betrieb / während der Nutzung messen wir einen Wert von 18 Watt. Doch die meiste Zeit des Tages dürfte das Gerät im Ruhemodus verbringen, denn sobald der NAS-Server keine zugreifenden Aktivitäten mehr messen kann, wird erst die Festplatte abgeschaltet (nach einem Zeitraum, der über die Systemsteuerung eingestellt werden kann) und im Anschluss fällt er selbst in den Ruhemodus, ähnlich einem Winterschlaf. Das reduziert nicht nur die Geräuschkulisse, sondern vor allem den Stromverbrauch erheblich. Im Winterschlaf betrug der Stromverbrauch 7 Watt.

Hinweis: Unsere getesteten Werte wurden mit einer 4 TB Western Digital WD40PURX erreicht. Diese Werte können je nach Nutzung bei Ihnen abweichen!

Synology DS216+II Logo Aufdruck

Der Lüfter ist im normalen Betrieb erstaunlich leise. In einem belebten Zimmer würde man das Gerät von der Lautstärke nicht einmal bemerken. Dabei gibt es drei verschiedene Modi, die über die Systemsteuerung eingestellt werden können. Leise, kühlend und volle Geschwindigkeit. Die Standardeinstellung ist auf leise eingestellt.

Hervorheben möchten wir auch den LED-Helligkeitsregler, der den Wünschen nach eingestellt werden kann – komplett aus geht auch. Steht das Gerät nämlich zum Beispiel im Schlafzimmer, können die hell blinkenden LEDs sehr störend sein.

 

Paketzentrum – Apps die das Leben erleichtern

Unter die Hauptaufgaben eines NAS-Servers gehört nicht nur das Speichern von Dateien, sondern auch das Wiedergeben bzw. das Streamen auf Multimedia-Geräte. Hierfür gibt es einige zusätzliche Apps, die installiert werden können. Audio-, Video- und Photostation erleichtern den Zugriff und die Navigation auf verschiedenen Geräten. Die meisten der Apps gibt es im Übrigen auch über den Apple Store oder den Google Play Store auf dem mobilen Endgerät zum Download, um die Nutzung zu vereinfachen.

Multimedia Server

Sie möchten Ihren Lieblingsfilm in 4K jeder Zeit und für jedes Gerät abrufbar machen? Die DiskStation DS216+II ermöglicht dies durch einen 4K-Transkoder, der die Qualität so anpasst, dass diese selbst auf nicht Ultra-HD-fähigen Geräten angeschaut werden können.

 

Hosting und mehr

Sie möchten eine eigene Webseite erstellen und diese gleich bei sich zu Hause verwalten? Eine gute Nachricht, denn auf den Synology NAS-Servern lassen sich spielendleicht Webserver und CMS-Programme wie WordPress oder Joomla installieren und verwalten. Damit ist man unabhängig von Providern, die jeden Monat teures Geld für die Services verlangen. Auch ein E-Mail-Server (SMTP) lässt sich aufspielen, so werden alle empfangenen und gesendeten persönlichen Mails direkt auf dem Homeserver gespeichert und nicht bei einem Drittanbieter. Auch für Plex gibt es eine Applikation, die die Synchronisation zwischen dem NAS- und dem Plex-Media-Server zulässt.

 

Cloud Server

Eine App möchten wir jedoch besonders in den Vordergrund rücken, denn die Möglichkeit eines systemunabhängigen Cloud Servers wird mit dem Cloud Station Manager ermöglicht. Das bedeutet, dass Sie mit Windows, Mac, Linux, iOS oder Android unabhängig Daten auf dem Server sichern können, die Dateiendungen spielen dabei keine Rolle. Dies ist ebenfalls für kleinere Unternehmen von Vorteil, denn auch dort gibt es nicht immer einheitliche Systeme. Da die Dateien direkt vBerfügbar sind kann der Austausch dank Cross-Site um einiges schneller stattfinden.

nas-server-cloud-synology-clientHierfür wird eine Software auf dem Gerät installiert, um eine feste Verknüpfung zwischen dem Client und der Cloud zu schaffen – erkennbar an einem Sync-Symbol in einer blauen Wolke. Man kennt es vielleicht bereits aus Diensten wie Dropbox, wo der ausgewählte Ordner zur Echtzeit aktualisiert wird, sobald eine neue Datei auf der Cloud gespeichert wird oder in den zugehörigen Ordner, z. B. auf einem Windows Computer gelegt wird. Genauso ist es auch hier.

 

Hilfebereich – Dokumentiert und Videos

Begeisterung kam auf, als wir in den Hilfe-Bereich geschaut hatten um zusätzliche Features des NAS-Servers kennenzulernen. Nach dem papiersparenden Quick Installation Guide möchte man gerne noch etwas genauer erfahren, wie das System funktioniert und das passiert in der Wissensdatenbank, direkt bei Synology oder auf YouTube.

Es gibt beispielsweise einen gut gefüllten Bereich, der nur darauf ausgelegt ist sich mit dem Betriebssystem vertraut zu machen und die ersten Schritte wie Datensicherungen oder den optimalen Schutz aufzuzeigen. Daneben gibt es noch eine Vielzahl an Artikeln, die noch weitaus genauer ins Detail gehen und damit auch Experten- und die Zusatzfunktionen, die sogenannten Packages, erklären. Dieser Bereich wird auf dem aktuellen Stand gehalten und erweitert – das zeigt ein Artikel über die aktuelle WannaCry Ransomware und wie das NAS am besten dagegen geschützt werden kann.

Auch eine regionale Ausgabe, auf dem Synology Europe YouTube Kanal gibt es, in denen Funktionen und Produkte auf Deutsch, Russisch, Polnisch und noch einigen mehreren vorgestellt werden.


Testurteil – wie schneidet das Synology NAS ab?

Inbetriebnahme & Hilfe – 9,0 / 10

Kann ich als Neuling das Synology DS216+II ohne professionelle Hilfe selber Zuhause installieren? Wenn ich doch Probleme habe, wo kann ich mir Hilfe suchen? Uns ist wichtig, dass etwas so komplexes wie ein NAS-Server auch für Einsteiger zugänglich gemacht wird, weshalb ein Drittel unserer Bewertung auf die Inbetriebnahme und Hilfestellung fällt.

Am Anfang waren wir schon etwas erstaunt, dass dem NAS-Server nur ein Quick Installation Guide beiliegt. Doch tatsächlich reichten die 8 Abbildungen aus, um den Server in Betrieb zunehmen. Durch das einfache Push / Pull Prinzip und der selbsterklärenden Halterung kann man dort eigentlich kaum was falsch machen.

Anschließend führt der Assistent leicht erklärend durch die Installation, sodass kein Vor- oder Expertenwissen benötigt wird. Tatsächlich wird das komplexe eher im Hintergrund abgearbeitet, wovon der Benutzer nichts merkt. Bis zur Benutzbarkeit vergehen so 10 – 15 Minuten, in denen das Betriebssystem installiert wird, ein Account angelegt wird und gegebenenfalls ein QuickConnect Zugang erstellt wird.

Wie wir bereits bei dem Punkt „Hilfebereich – Dokumentiert und Videos“ geschrieben haben, gibt es eine überaus große Wissensdatenbank die bei Fragen direkt aufgerufen werden kann. Ehrlich gesagt ist der Wissensbereich von Synology einer der best-dokumentiertesten Hilfsbereiche, den wir bei einem Hersteller gesehen haben. Wer tatsächlich alle Funktionen ausprobieren möchte, ist dort gut aufgehoben.

Zusammengefasst ist die Installation und Inbetriebnahme wirklich einfach und auch der Hilfebereich gefällt uns sehr gut!

 

Sicherheit – 9,0 / 10

Lese- und Schreibgeschwindigkeiten wurden bereits von vielen anderen Webseiten veröffentlicht und getestet. Wir wollten den Schwerpunkt auf der Sicherheit eines NAS-Servers halten, da auch diese immer häufiger Privat und auch in Unternehmen genutzt werden. Welche Möglichkeiten bietet mir das Synology DS216+II um meine Daten zu sichern, zu verschlüsseln und einen sicheren Austausch verschiedener Plattformen in meinem Netzwerk zu ermöglichen? Smart Home wird auch immer beliebter – kann ich den NAS-Server mit einbinden?

Ein großer Bestandteil unseres Tests ist die Integration von Überwachungskameras und Smart Home Elementen. Durch die Zusatzapp „Surveillance Station“ konnten von Haus aus zwei Kameras eingebunden werden. Jede weitere verursacht allerdings Zusatzkosten, da eine neue Kamera-Lizenz gekauft werden muss. Mit ca. 50€ pro ist das allerdings schon etwas teuer, was sich auch in einem Aufschrei einiger Kunden wiederspiegelt. Nichts desto trotz ist die Zusammenführung aller Geräte gut geregelt, übersichtlich und schnell einsehbar. Aktionsregeln und serverseitige Erkennungen runden dieses Paket ab.

Ein NAS-Server dient immer dazu um Daten zu sichern, denn das gesamte System ist auf Langlebigkeit ausgebaut. Dank der AES 256 Bit-Verschlüsselung können ausgewählte Ordner bestmöglich vor Fremdzugriffen geschützt werden. Backups können nach einem Zeitplan erstellt werden. Btrfs ermöglicht Snapshots, die nicht nur die Auslastung gering halten, sondern auch wenig Zeit in Anspruch nehmen. Insgesamt gibt es bei der Synology DS216+II noch eine große Anzahl weiterer Sicherungsmöglichkeiten. Für optimale Sicherheit empfehlen wir zwei Festplatten einzubauen, da dadurch weitere Sicherungsmöglichkeiten ermöglicht werden.

Man kann sein System also bombensicher ausbauen, egal ob Unternehmen oder Privatanwender. Lediglich etwas Einarbeitungszeit muss dafür vorgesehen werden.

Funktionsumfang – 9,0 / 10

Ein Allround-System lebt davon, möglichst viele Funktionen für Einsteiger bis zum erfahrenen Experten bereitzustellen. Wie viele Möglichkeiten bietet mir die Diskstation?

Vorab müssen wir direkt zugeben, dass es tatsächlich zu viele Funktionen gibt, die das gesamte Ausmaß dieses Beitrages sprengen würden, sobald dort eine Vertiefung stattfinden würde. Fakt ist, dass das Synology DS216+II nicht nur für Privatanwender gedacht ist, denn über das Appzentrum lassen sich selbst für Experten und Unternehmen viele interessante Spielereien entdecken. Regelmäßig werden neue Apps entwickelt, auch von Drittanbietern wie eBay, WordPress oder auch Plex, die das Gesamtpaket immer weiter ergänzen und neue Möglichkeiten bringen.

Wer sich in die Materie vertiefen will kann dies bestimmt mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate machen und dabei eine Umgebung für Automatisierungen, Wiedergaben jeglicher Dienste und Synchronisation mit verschiedenen Herstellern schaffen.


Fazit und Endbewertung – 9,0 / 10

Synology-DS216+II-im-Schrank-1Unser Fazit zu der Synology DS216+II fällt durchweg positiv aus – wir bewerten es mit 9 von 10 Punkten. Während des Betriebs gab es keine Komplikationen, alles ist einfach erklärt und zu jeder App gibt es eine umfassende und erläuternde Dokumentation. Ob das leistungsstarke Gerät nun als reiner Medienserver oder als Smart Home Vermittler genutzt wird ist dabei jedem selbst überlassen. Wir sprechen unsere Empfehlung für den NAS-Server aus.

Im Gegensatz zu vielen anderen Webseiten haben wir uns in unserem Test auf das umfassende Thema Sicherheit, wie die Einbindung von Überwachungskameras fokussiert. Wir haben aber ebenso sehr gute Erfahrungen mit der Performance des Gerätes gemacht: selbst verschlüsselte, große Dateien lassen sich mit hoher Geschwindigkeit übertragen. Durchschnittlich liegt die Übertragungsrate über 120 MB/s (verschlüsselt etwas tiefer), was völlig ausreicht um zum Beispiel die Lieblingsfilm-Kollektion in wenigen Minuten überzuspielen.

Negativ ist uns die Beurteilung der Passwortstärke aufgefallen, die bereits bei 7 Zeichen das Passwort als „Sehr Stark“ beurteilt hat. Während dies nur ein kleiner Makel ist, finden wir den Wegfall des zweiten Ethernet-Ports in diesem Preissegment schon etwas gravierender, insbesondere für Unternehmen ist dies eigentlich ein Muss.

SYNOLOGY DS216+II 2-Bay

Zuletzt aktualisiert am: 20. August 2017 22:16
335,41
9 Testergebnis
Sehr Gut

Mit dem Synology DS216+II lässt sich eine Menge anfangen. Vom einfachen Heimserver, dem persönlichen Cloudspeicher bis hin zu komplexen Aufgaben wie das Einbinden von Überwachungskameras durch die Surveillance Station oder der Vernetzung zwischen Smart Home Geräten kann dieser NAS-Server für vielerlei Nutzen eingesetzt werden.

Inbetriebnahme
9
Sicherheit
9
Funktionsumfang
9
PROS
  • Selbsterklärende Inbetriebnahme
  • Viele Möglichkeiten der Daten- und Zugriffssicherung
  • Nutzung geht weit über Medien- und Cloudserver hinaus
  • Hohe Performance & leise im Betrieb
  • Großer Funktionsumfang dank ständiger Weiterentwicklung und dem Paketzentrum mit Unterstützung vieler Drittanbieter
CONS
  • Kein zweiter Ethernet-Port
  • Passwortbeurteilung zu sanft
Nutzerwertung: 5 (1 Stimmen)

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