Tresore – Sicherheit für Zuhause

Wer größere Mengen Bargeld, Schmuck, Gold oder andere Vermögensgegenstände im Haus aufbewahrt, sollte diese durch einen Tresor schützen. Zwar zahlt die Hausrat-Versicherung auch bei Einbruch und Entwendung von Wertgegenständen, doch die Entschädigung ist für offene oder leicht zugängliche Wertsachen beschränkt und kann schnell unter dem tatsächlichen Wert liegen. Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Hamburg hält das Verstecken von Schmuck oder Bargeld in der Wohnung für äußerst fahrlässig. Einbrecher kennen alle Verstecke oder finden diese instinktiv.

Ein guter Tresor schützt nicht nur vor Einbruch, sondern auch vor Bränden. Was Sie über Tresore wissen müssen und was sie beim Kauf beachten sollten können Sie in diesem Beitrag lesen.

 

Tresor für zuhause

Den besten Tresor gibt es nicht. Der Tresor sollte für die persönlichen Bedürfnisse geeignet sein. Wichtige Fragen die sie sich vor der Kaufentscheidung stellen sollten:

  • Was möchte ich durch den Tresor jetzt und in Zukunft schützen?

Bargeld, Wertgegenstände, Kameras und Laptops, Waffen oder wichtige Dokumente – Dinge, die einen besonderen Schutz benötigen. Der Tresor sollte nicht zu knapp bemessen sein und mögliche zukünftig zu sichernde Sachen sollten mit eingeplant werden.

  • Wie hoch soll der Einbruchschutz sein? Soll der Tresor feuerfest sein?

Tresore werden für Einbruch- und Feuerschutz in verschiedene Sicherheitsstufen eingeteilt. Die Zertifizierungen basieren auf einer europäischen Norm und garantieren in der jeweiligen Stufe den definierten Schutz, wodurch auch Versicherungen die abgedeckte Versicherungssumme unter anderem ableiten. Lesen Sie zu den Sicherheitsstufen und Widerstandsklassen weiter unten im Beitrag.

  • Wo soll der Tresor stehen?

Planen Sie schon vor dem Kauf an welcher Stelle der Tresor stehen soll bzw. inwiefern Sie diesen einbauen wollen. Prüfen Sie gegebenenfalls ob der Boden das Gewicht des Tresors tragen kann.

  • Mit welchem Schloss soll der Tresor ausgestattet sein?

Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Schließarten bei Tresoren. Doppelbartschloss und Schlüssel oder ein Tresor mit Zahlenschloss? Wir klären Sie in unserem letzten Absatz über das richtige Tresorschloss auf.

 

Welche Arten von Tresoren gibt es?

Freistehender Tresor

Der Tresor wie man ihn kennt. Meist ein wuchtiger Schrank mit viel Platz. Besonders beim Gewicht muss man aufpassen – so sollte er nicht zu leicht sein, damit Einbrecher diesen nicht einfach wegtragen können, bei einem hohen Gewicht muss man abklären ob der Boden dies aushält. Insbesondere die Verankerung an Boden und/oder Wand sollte nicht vernachlässigt werden.

Der Nachteil des freistehenden Tresors ist seine auffällige Art. Einbrecher wissen oder glauben zu wissen, dass sich Wertgegenstände im Tresor befinden und werden speziell nach Schlüsseln oder Kombinationen zum Öffnen suchen, wenn nicht durch Manipulation oder Einbruchswerkzeug.

Wandtresor und Bodentresor

Ein Wandtresor oder Bodentresor wird direkt in Wand oder Boden eingebaut, dadurch sind sie besonders platzsparend und diskret. Hängt man jetzt noch ein Bild oder legt einen Teppich über den Tresor, erlangen Einbrecher keine Kenntnis über die Existenz bzw. benötigen erheblich mehr Zeit zum Suchen. Da der Wand- oder Bodentresor fest mit dem Raum integriert ist, wird ein Abtransport (fast) unmöglich, ebenso ist die Angriffsfläche stark eingeschränkt, sodass ein Aufbruch deutlich erschwert wird.

Das Anbringen eines solchen Tresors eignet sich am besten bei Neu- oder Umbauarbeiten. Um den besten Tresor-Schutz zu gewährleisten, sollte dieser mit einem mindestens 10 cm dicken Betonmantel umgeben sein.

Möbeltresor

Möbeltresor HomeSafe H 1 S Test 2015Wer keine Möglichkeit hat um einen Wandtresor einbauen zu lassen, für den ist der Möbeltresor eine gute Alternative.
Der Möbeltresor ist für den Einbau in Möbeln und Schränken konzipiert, weswegen man auch oft vom spricht. Sie zeichnen sich oft durch eine geringe Tiefe aus. Bei der Konstruktion des Möbelsafe wird besonders darauf geachtet, dass die Einbautiefe optimal genutzt wird. Scharniere, Griff und Beschläge sind deshalb meist flach gehalten.

Ein essentieller Punkt bei Möbeltresoren ist die feste Verankerung mit Möbel oder Schrank. Das vergleichsweise geringe Gewicht wird von Einbrechern gerne genutzt, den Safe einfach mitzunehmen und an einem anderen Ort aufzubrechen.

Schlüsselsafe


Der Schlüsseltresor sorgt für eine zentralisierte und organisierte Schlüsselverwaltung und eignet sich deshalb vor allem für Unternehmen. Je nach Ausstattung mit einer Vielzahl von Schlüsseltafeln, befinden sich bis zu 5000 Schlüsselhaken im Tresor. Ob Autoschlüssel für Dienstwagen oder Generalschlüssel, alle haben ihren festen Haken. Der Tresor sichert diese vor dem Zugriff unbefugter Dritter und unterstützt dabei effektiv das Zutrittsmanagement. Das spart Personalaufwand und somit auch Kosten.

Kleinere Versionen des Schlüsseltresors lohnen sich aber auch für Privatpersonen um Schlüssel sicher zu verwahren. Dabei bieten sie genügend Platz um auch andere wichtige Wertsachen wie Bargeld und Kreditkarten zu schützen. Meist lohnt es sich aber einen normalen Tresor mit einer Schlüsseltafel auszustatten. Dies ist im privaten Umfeld häufig völlig ausreichend.

Waffenschrank

Ein Waffenschrank oder Waffentresor ist ein speziell umgebauter Tresor, der den verschiedenen Anforderungen an das deutsche Waffengesetz (in §36 geregelt) entspricht. Der Waffenschrank zeichnet sich besonders durch sein großes Volumen aus, sodass neben Langwaffen und Pistolen genügend Platz für andere Wertgegenstände wie Bargeld oder Schmuck vorhanden ist. Da der Inhalt dieser Tresore in erster Linie und im besonderen Umfang vor Dritten geschützt werden muss, weisen diese auch eine hohe Sicherheit auf.

Je nach Sicherheitsstufe gibt es unterschiedliche Sicherheitsbestimmungen zur Aufbewahrung von Munition. Bei niedrigen Sicherheitsstufen muss diese zusätzlich durch ein abschließbares Innenfach gesichert werden oder darf nicht zusammen mit den Waffen gelagert werden, wohingegen es bei hohen Sicherheitsstufen keiner räumlichen Trennung bedarf.

 

Tresor Sicherheitsstufen

Ein feuerfester Tresor oder der beste Tresor – Unternehmen können vieles behaupten. Tresore werden in Deutschland und Europa auf Basis der europäischen Norm EN 1143-1 durch ECB-S und VdS zertifiziert und geben eine Garantie auf den bestimmten Einbruch- und Feuerschutz. Einen solchen geprüften und zertifizierten Tresor erkennt man am Aufkleber auf der Innenseite des Tresors.

Widerstandswert RU

Der Widerstandswert eines Tresors wird durch den RU (Resistant Units) angegeben. Dieser gibt an, wie widerstandsfähig ein Tresor gegenüber mechanischen und thermischen Angriffen von Einbrechern ist. Die Zertifizierungsinstitute prüfen dabei die Zeit, die benötigt wird um einen Tresor aufzubrechen. Damit Kriminelle diese Information nicht ausnutzen können, bleibt der eigentliche RU-Wert geheim und der Safe wird nur im Verhältnis zum RU-Wert gesetzt. Beispiel: ein Tresor mit Widerstandsgrad 3  (120/180 RU) bietet 400% mehr Sicherheit als ein Tresor mit Widerstandsgrad 0 (30/30 RU).

In der unteren Tabelle sieht man die verschiedenen Widerstandsgrade bzw. Sicherheitsstufen. Klicken Sie auf den jeweiligen Reiter um die spezifischen Eigenschaften zu sehen. Die angegebene abgedeckte Versicherungssumme ist eine Empfehlung und ohne Gewähr. Je nach Versicherungsunternehmen kann diese Summe höher oder niedriger ausfallen. Die Versicherungswerte können sich zum Beispiel durch den Einbau von weiteren Schutzmaßnahmen wie Einbruchmeldeanlagen und/oder Überwachungskameras deutlich erhöhen. Für konkrete Zahlen sprechen Sie Ihre Versicherung bitte persönlich an.

 

  • schützt gegen einfache, leichte Werkzeuge
  • kein Feuerschutz
  • Versicherungssumme privat: 2.500 EUR
  • Versicherungssumme gewerblich: 2.500 EUR

  • schützt gegen einfache, leichte Werkzeuge
  • schützt gegen leichte Brände
  • Versicherungssumme privat: 2.500 EUR
  • Versicherungssumme gewerblich: 2.500 EUR

  • schützt gegen Werkzeuge für Tür und Korpus
  • Verankerungstest bei freistehenden Tresoren
  • schützt gegen leichte Brände
  • Versicherungssumme privat: 5.000 EUR
  • keine Empfehlung für gewerbliche Nutzung

  • schützt gegen Werkzeuge für Tür und Korpus
  • Verankerungstest bei freistehenden Tresoren
  • schützt gegen leichte Brände
  • Versicherungssumme privat: 30.000 EUR
  • keine Empfehlung für gewerbliche Nutzung

  • zertifizierter Einbruchschutz gegen mechanische und thermische Angriffe von 30/30 RU
  • Versicherungssumme privat: 40.000 EUR
  • Versicherungssumme gewerblich: 10.000 EUR

  • zertifizierter Einbruchschutz gegen mechanische und thermische Angriffe von 30/50 RU
  • Verhältnis der RU zum Widerstandsgrad 0: 166%
  • Versicherungssumme privat: 65.000 EUR
  • Versicherungssumme gewerblich: 20.000 EUR

  • zertifizierter Einbruchschutz gegen mechanische und thermische Angriffe von 50/80 RU
  • Verhältnis der RU zum Widerstandsgrad 0: 266%
  • Versicherungssumme privat: 100.000 EUR
  • Versicherungssumme gewerblich: 50.000 EUR

  • zertifizierter Einbruchschutz gegen mechanische und thermische Angriffe von 80/120 RU
  • Verhältnis der RU zum Widerstandsgrad 0: 400%
  • Versicherungssumme privat: 200.000 EUR
  • Versicherungssumme gewerblich: 100.000 EUR

  • zertifizierter Einbruchschutz gegen mechanische und thermische Angriffe von 120/180 RU
  • Verhältnis der RU zum Widerstandsgrad 0: 600%
  • Versicherungssumme privat: 400.000 EUR
  • Versicherungssumme gewerblich: 150.000 EUR

  • zertifizierter Einbruchschutz gegen mechanische und thermische Angriffe von 180/270 RU
  • Verhältnis der RU zum Widerstandsgrad 0: 900%
  • Versicherungssumme privat: 650.000 EUR
  • Versicherungssumme gewerblich: 250.000 EUR

  • zertifizierter Einbruchschutz gegen mechanische und thermische Angriffe von 270/400 RU
  • Verhältnis der RU zum Widerstandsgrad 0: 1333%
  • Versicherungssumme privat: mit der Versicherung individuell abzuklären
  • Versicherungssumme gewerblich: 375.000 EUR

Geprüfter Feuerschutz

Nach der europäischen Norm EN 1047-1 gibt es Tresore mit geprüftem Feuerschutz. Dabei wird der Safe einer bestimmten Beflammungszeit ausgesetzt und die Temperatur im Tresor gemessen. Man unterscheidet hierbei zwischen Feuerschutz für Papier (P) und EDV (DIS), ebenso die geprüfte Beflammungszeit (60/120).  Der feuerfeste Tresor für EDV hält somit bis zu 120 Minuten Beflammung aus, wobei sich der Innenraum maximal um 50°C erhöhen darf (Sicherheitsstufe S 120 DIS).

Bei Papier gilt die Grenze für Temperaturerhöhung im Innenraum bis 170°C. Ab diesem Zeitpunkt verkohlt Papier auch ohne direkte Feuereinwirkung. Ein Tresor der 60 Minuten Beflammungszeit aushält, gilt als feuerfester Safe mit der Sicherheitsstufe S 60 P.

 

Das richtige Tresorschloss

Doppelbartschloss

Das Doppelbartschloss ist meist die Standardausstattung bei Tresoren und wird mit zwei Schlüsseln geliefert. Besonders für Menschen die sich keine Zahlenkombinationen merken können oder von anderen Schließmechanismen nicht überzeugt sind. Die meisten Hersteller lassen bei Bedarf auch weitere Schlüssel anfertigen. Der große Nachteil ist die sichere Aufbewahrung des Schlüssels. Keinesfalls sollte der oft auffällige Tresorschlüssel am Schlüsselbund getragen werden. Sollten Einbrecher den Tresor entdecken, kann es passieren, dass diese auf der Suche nach dem Schlüssel den Hausrat komplett verwüsten. Der Schaden der dabei entsteht ist meist höher als der Inhalt des Tresors.

Mechanisches Zahlenschloss

Ein Tresor mit Zahlenschloss ist deutlich sicherer als ein Doppelbartschloss. Durch einen sogenannten Umstellschlüssel kann der Besitzer den Code beliebig oft ändern, natürlich nur wenn er den aktuellen Code besitzt. Der Umstellschlüssel muss somit auch nicht ständig bei sich getragen werden, da der Code relevant ist. Das mechanische Zahlenschloss wird autark betrieben.  Der Nachteil liegt hierbei in der richtigen Bedienung. Bei ungenauem Verstellen des Codes kann es zu technischen Fehlern kommen, die oftmals nur durch einen teuren Experten wieder bereinigt werden können

Elektronisches Zahlenschloss

Einen Tresor elektronisch zu öffnen ist die bequemste Art. Das elektronische Zahlenschloss ist mit einer Batterie ausgestattet und lässt sich per PIN-Eingabe öffnen. Dabei wird der, oft 6 bis 8 stellige Code über eine integrierte Tastatur eingegeben. Vergisst man aber den Code kann das Safe Zahlenschloss zum Problem werden: der Tresor lässt sich dann nur noch durch Aufbohren öffnen.

Abhilfe schafft ein elektronisches Zahlenschloss mit Notfallschlüssel. Wenn man den PIN vergessen hat oder die Tastatur durch äußere Einflüsse beschädigt ist, kann man durch eine versteckte (meist hinter einer Blende oder Griff) Schlüsseinführung den Tresor öffnen. Einzig die sichere Verwahrung des Schlüssels muss gewährleistet sein.

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