So verbessern Sie die Sicherheit in Ihrem Wlan-Netzwerk

Statistisch gesehen verwenden in der heutigen Zeit immer noch ein beachtlicher Teil der Internetnutzer eine veraltete oder gar keine Verschlüsselung, um ihren WLAN-Zugang zu “schützen”. 10,6% der Internetuser nutzen die unsichere WEP WLAN-Verschlüsselung, welche bereits als überholt gilt und jederzeit mit einfachsten Tools geknackt werden kann.

Noch erstaunlicher ist allerdings, dass weitere 9,6% gar keine Verschlüsselung benutzen, oder das Standardpasswort beibehalten, sodass jeder, der sich in der Reichweite befindet, die eigentlich private Internetverbindung ungefragt nutzen kann.

 

WLAN Zugriff in weniger als 2 Minuten

Im Netz befinden sich unzählige Programme, Apps und Tutorials, die entweder das WLAN durch eine Brute-Force-Methode* knacken, mangels unkreativem Passwort oder veralteter Verschlüsselungen ausnutzen. Statistisch gesehen brauchen Hacker, die mithilfe einer Software arbeiten, nicht länger als 2 Minuten, um sich den Vollzugriff in einem privaten WLAN-Netz zu beschaffen.

Hinweis: Wir raten vom Download jeglicher Schadsoftware ab, da der größte Teil dieser Programme aus Viren, Trojanern oder Keyloggern besteht. Gleichzeitig ist es vom Gesetz her verboten, sich in ein offenes Netz, ohne die Einwilligung des Besitzers, einzuwählen und ihm damit zu schaden.

*Brute-Force ist die Methode des Ausprobierens aller Möglichkeiten. So probiert eine Software bei einer Brute-Force-Attacke alle möglichen Passwörter, die mithilfe einer Passwort-Liste, welche es zuhauf im Internet gibt, alle möglichen Passwort Kombinationen aus.

 

Die aktuellen Sicherheitsstandards

Vorweggenommen gibt es nur eine Verschlüsselung, die heutzutage als sicher gilt. Diese nennt sich WPA2 und kann in jedem handelsüblichen Router (bevorzugt von namenhaften Herstellern: AVM, TP-Link, Netgear etc.), bestenfalls über eine Weboberfläche, ausgewählt werden. WLAN Verbindungen die mit WEP oder WPA verschlüsselt sind gelten als unsicher und sollten schnellstmöglich zu WPA2 geändert werden.

Gleichzeitig sollten die neuesten Sicherheitsstandards genutzt werden, wie WPA2 in Kombination mit dem CCMP (Counter Mode with Cipher Block Chaining Message Authentication Code Protocol) Sicherheitsprotokoll. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass der neueste WLAN-Standard 802.11 AC oder N benutzt wird.

Ein weiteres zu erwähnender Standard ist WPS (Wi-Fi Protected Setup). Er wird verwendet, um zwei Netzwerk Geräte besonders sicher und schnell miteinander zu verbinden. Dies geschieht meist durch zwei simple Tastendrücke an beiden Geräten.

 

Tipps für eine erhöhte Reichweite und Sicherheit

Bei der Ersteinrichtung des Routers sollte darauf geachtet werden, dass das Standardpasswort geändert wird. Diese können durch Brute-Force-Attacken besonders schnell herausgefunden werden, was einen erleichterten Zugriff auf das WLAN-Netz ermöglicht.

Hinweis (dieser gilt für alle Passwörter, die im Internet genutzt werden): Ein sicheres Passwort besteht heutzutage aus 8 oder mehr Zeichen. IT-Experten raten sogar zu einem Passwort, welches 12 Zeichen oder länger ist. Ganz wichtig dabei ist, dass das Passwort aus Sonderzeichen, Zahlen und Buchstaben besteht.

Ein Passwort mit 5 Zeichen (3 Kleinbuchstaben, 2 Zahlen) hat 60.466.176 mögliche Kombinationen und kann innerhalb von 0,03 Sekunden geknackt werden. Ein Passwort mit 8 Zeichen (4 Kleinbuchstaben, 2 Sonderzeichen, 2 Zahlen) hat 457 Billion mögliche Kombinationen und kann mit einem Hochleistungsrechner bereits innerhalb von 2,6 Tagen geknackt werden.

Und nun kommen die 12 Zeichen, die Sicherheitsexperten empfehlen. 3 Großbuchstaben, 4 Kleinbuchstaben, 3 Sonderzeichen, 2 Zahlen ermöglichen eine mögliche Kombination von unfassbaren 9412 (475 Trilliarden) möglichen Kombinationen, was heutzutage ungefähr 7,5 Millionen Jahre zum Knacken benötigt.
(Quelle: Password-Depot)

Leider muss aber auch gesagt werden, dass es generell keine Methode gibt, außer dem Ausschalten des WLAN-Features am Router, die Ihr Netzwerk 100% vor Hacker-Angriffen schützen, kann.

Zum Thema Verbesserung der Reichweite empfehlen wir WLAN-Repeater, da diese kostengünstige und einfach zu installierende Methoden sind, um Ihr WLAN-Netz um ein vielfaches zu erweitern und Funklöcher in Ihrer Wohnung effektiv zu schließen.

 

Öffentliches WLAN

Die Bundesregierung hat am 12.03.2015 einen Gesetzesentwurf präsentiert, der vorsieht, dass Cafés, Restaurants und andere publik zugängliche Einrichtungen, leichter ein öffentliches WLAN bereitstellen können. So sollen die Bereitsteller keine teuren Abmahnungen bzw. Strafen erhalten, sobald die Nutzer etwas illegales oder urheberrechtlich geschütztes Material über das WLAN-Netz herunterladen.

Der Gesetzesentwurf sieht außerdem vor, dass der Nutzer, der sich in ein öffentliches WLAN-Netz einwählt, eine Erklärung, die besagt, dass er keine Rechtsverletzung begeht, mit einem Klick bestätigen muss. Dies setzt allerdings eine Verschlüsselung des Routers voraus.

Privat Personen, die ihren Router für ein öffentlichen Anschluss bereitstellen wollen, sind jedoch von diesem Gesetzesentwurf nicht betroffen und sind weiterhin nicht geschützt vor der sogenannten Störerhaftung. In einigen großen Städten übernehmen derweil Internet Service Provider (ISP) die öffentlichen WLAN-Netze. Ein Gesetz besagt nämlich, dass diese nicht haftbar gemacht werden können, für illegale Aktivitäten, die deren Nutzer begehen.

Städte in Deutschland, die bereits flächendeckendes öffentliches WLAN anbieten: München, Potsdam, Pforzheim. Bis zum Jahr 2020 soll allerdings Hamburg, mit bis zu 7000 Access Points in der ganzen Region, die WLAN-Hauptstadt werden.

Die Deutsche Bahn möchte bis 2016 alle ICE-Züge mit kostenlosem WLAN ausstatten. Das interessante ist an dieser Aussage allerdings, dass auch die 2. Klasse davon betroffen ist. Momentan kostet die Nutzung des WLAN-Netzes außerhalb der 1. Klasse ca. 5€ pro Zugfahrt.

 

Fazit

Momentan sehen wir, dass die Bundesregierung einige Veränderungen plant, um öffentliches WLAN sicherer und für jeden zugänglich zu machen. Leider gehen sie, aus unserer Sicht, mit den aktuellen Änderungen den falschen Schritt. Es sollte Privatpersonen erlaubt werden, sollten sie in der Stadt oder dicht bevölkerten Gebieten leben, ohne die Befürchtung der Störerhaftung ein öffentliches WLAN-Netz einzurichten, um besonders Touristen und anderen Mitmenschen einen hohen Standard zu gewähren, wie man es aus Deutschland gewohnt ist. Momentan sehen wir diesen nämlich nur in wenigen großen Städten und tatsächlich auch nur relativ eingeschränkt.

Ihr WLAN sollte immer nach den aktuellen Sicherheitsstandards eingestellt sein, damit Ihr Computer auch in Zukunft gegen Fremdeinwirkungen geschützt ist. Dies lässt sich einfach durch moderne Router (am besten von Markenherstellern), neuste Sicherheits- und Firmwareupdates und wechselnden (sicheren) Passwörtern erzielen.

 

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