Zahl der Einbrüche steigt – der Einbruchsreport 2015

Vor wenigen Monaten hat der Gesamtverband der deutschen Versicherer e.V. (GDV) seinen Einbruchsreport 2015 vorgelegt. Daraus geht insbesondere hervor, dass die Zahl der Einbrüche auf einem ähnlich hohen Niveau, wie im vorangegangenen Zeitraum, geblieben ist. Die Haushaltsversicherer haben demnach ca. 490 Millionen Euro für Schäden und Geschädigte bezahlt. In den letzten 5 Jahren haben die Schäden damit um mehr als 35% zugenommen.

Die höchsten Einbruchsraten haben die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen verzeichnet. Die Zahlen stiegen aber auch in den Bundesländern bedrohlich, der Freistaat Bayern stellte 28% mehr Einbrüche fest, in Baden-Württemberg und im Saarland waren es jeweils 19%.

Seit 2004 ist die durchschnittliche Schadenshöhe von 2350 Euro, um 1000 Euro auf 3250 Euro im Jahr 2014 gestiegen. Smartphones, Tablets, hochwertige Laptops/Notebooks und Fernseher sorgen für diesen gewaltigen Anstieg der Schadenshöhe und das erfolgreiche Geschäft der Einbrecher.

Im Bericht des GDV wurde ebenfalls die Frage nach dem „Wann, wie und wo?“ analysiert. So heißt es, dass die Hälfte der Einbrüche zwischen Oktober und Januar ausgeführt wurden sind, wobei der Dezember mit 16,9 % der „aktivste“ Monat war. Fast 60% der Delikte werden dabei zwischen 10 und 18 Uhr ausgeführt, nur jeder siebte Einbruch wird zwischen 22 und 6 Uhr verübt.

Der GDV stellte außerdem heraus, dass besonders Eigenheimbesitzer und Bewohner von Erdgeschoss-Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ein hohes Risiko haben, Opfer eines Einbruchs zu werden. Dabei verschafften sich die Täter in den meisten Fällen durch das aushebeln/zerstören von Fenstern oder Fenstertüren Zutritt zur Wohnung. Bei Mehrfamilienhäusern häufig auch durch die Wohnungstür.

Im Report wurde auch ein anderes, sehr sensibles Thema angesprochen: die Psyche und das emotionale Verhalten von Opfern und Geschädigten nach einem Einbruchsdelikt.

3 von 4 Befragten fühlten sich nach einem Einbruch in ihrem Haushalt nicht mehr sicher in der Wohnung. Selbst nach 8 Wochen kehrte bei 50% der Betroffenen das Gefühl der Sicherheit nicht zurück. Eine weitere emotionale Folge war bei 40% das langfristige Gefühl von Macht- und Hilflosigkeit. Jedes sechste Einbruchsopfer kämpft außerdem mit einem oder mehreren psychischen Belastungen, wie Angst- oder Schlafstörungen oder permanenter Anspannung und gestresst sein. Dass, ein Einbruch zu einer seelischen Erschütterung und traumatischem Erlebnis mutieren kann, ist nicht von der Hand zu weisen.

Häufig änderte sich das Verhalten der Betroffenen nach einem Einbruch: Türen und Fenster wurden häufiger kontrolliert ob diese verschlossen sind, das Licht wurde deutlich öfter brennen gelassen, wenn das Haus verlassen wurde und eine verstärkte Achtsamkeit gegenüber fremden Menschen in der Nachbarschaft gaben die Befragten an.

Nach dem Einbruch investierten die Geschädigten häufig in neue Sicherheitstechnik. Insbesondere neue Sicherungen an Türen und Fenster, Alarmanlagen, sowie Videoüberwachungs – und Beleuchtungssysteme wurden gekauft. Durchschnittlich wurden dabei 500 Euro ausgegeben. (Quelle: www.gdv.de)

Über 152.000 Einbrüche und Einbruchsversuche zählte die Polizei im Jahr 2014, Tendenz steigend. Unabhängig von statistischen Zahlen und vermeintlich sicheren Wohngegenden außerhalb der „regionalen Krisengebiete“ sollten Sie unbedingt die wichtigsten Präventivmaßnahmen beachten und durch Sicherheitsvorkehrungen an Türen und Fenstern Einbrechern den Zugang zur Wohnung soweit wie möglich erschweren. Laut Statistik geben die meisten Einbrecher auf, sobald sie länger als fünf Minuten für den Einstieg benötigen. Schon jetzt misslingen über 40% der Einbrüche durch polizeiliche Präventionsberatung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Ebenso abschreckend und effektiv sind Beleuchtungssysteme, wie z.B. Bewegungsmelder – diese ziehen sofort die Aufmerksamkeit auf Ihre nahe häusliche Umgebung und ersticken Einbruchsversuche meist im Keim. Wir haben verschiedene Bewegungsmelder für Sie getestet.

Fälschlicherweise behaupten viele Sparfüchse, dass das Anbringen von Attrappen, wie z.B. Fake-Überwachungskameras, ausreichend sei um Einbrecher gar nicht auf die Idee eines Einstiegs zu bringen oder diese in die Flucht zu schlagen. Dies mag bei einzelnen Personen funktionieren, doch heutzutage hat sich das „Geschäft“ eher professionalisiert. Die Kriminellen sind häufig in Banden gut organisiert und haben verschiedene Rollen in der Gruppe verteilt. Attrappen können von einem geübten Auge schnell identifiziert werden und verlieren ihren gewünschten Effekt. Im Gegenteil, sie wirken sogar anziehend unter der Annahme, dass der Hausherr keine weiteren oder vergleichbar „schwache“ Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat. Wir empfehlen Ihnen daher direkt Ihr Hab und Gut mit qualifizierten Produkten zu schützen. Wir haben für Sie die besten Alarmanlagen und Überwachungskameras zusammengestellt.

 

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Beitragsfoto © Brian Jackson – Fotolia.com

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Philipp ist Co-Gründer und der erste Ansprechpartner für Hersteller und ständig auf der Suche nach neuen innovativen Produkten aus der Sicherheitsbranche.Durch seine langjährige Erfahrung im Bereich der Kundenbetreuung fokussiert er sich darauf eine hohe Qualität und Mehrwert in den Beiträgen und Tests zu gewährleisten. Zusätzlich beleuchtet er die Hintergründe – führt Interviews und schreibt Ratgeber.

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